Neue Gefahrenstelle: Umbau Rechte Wienzeile, Operngasse, Treitlstraße

Ich hab wieder mal einen Radkummerkastenbeitrag erstellt:

Ich hab dies bereits in einem Mail an die Mobilitätsagentur bezüglich dem Radweg Getreidemarkt erwähnt, ich möchte jetzt noch einmal explizit darauf eingehen.

Ich sehe die Planung für die Kreuzungssituation Rechte Wienzeile – Operngasse – Treitlstraße als sehr kritisch. Wenn ich den Plan richtig interpretiere, soll ein Mehrzweckstreifen in der Rechten Wienzeile errichtet werden, der bis auf die Verkehrsinsel geführt wird mit folgender ampelgeregelter Radüberfahrt zur Treitlstraße.

Die Abbieger Rechte Wienzeile -> Operngasse werden aber diesen Mehrzweckstreifen kreuzen – ungeregelt! Ich verstehe nicht, wie man eine solche Planung machen kann, immerhin kommt es regelmäßig zu schweren bis tödlichen Unfällen zwischen rechtsabbiegenden LKW und Radfahrenden aufgrund der schlechten Sichtmöglichkeiten.

Ich weiss, dass die Bauarbeiten bald beginnen, aber ich bitte Sie diese Planung noch einmal zu überdenken.

Eine alternative Möglichkeit wäre:
Einen (Zweirichtungs-)Radweg statt des ersten Fahrstreifens in der Rechten Wienzeile (dort sind immerhin insg. 4 Fahrstreifen) der mit einer ampelgeregelten Radüberfahrt (schräg) zur Treitlstraße geführt wird. Der zweite Fahrstreifen wird zu einer Rechtsabbiegespur in die Operngasse, der auch ampelgeregelt wird um Konflikte zu vermeiden. Bleiben immerhin noch zwei Geradeausspuren.
Sie finden diesen Plan im Anhang.

Der Radweg sollte dann gleich bis zum Naschmarkt geführt werden (Verbindung Karlsplatz -> Naschmarkt ist sehr wichtig, vor allem wenn dann auch der Wientalradweg in der Linken Wienzeile vervollständigt wird).

Weiters sollte auch ein Zebrastreifen errichtet werden. Vor allem TouristInnen haben oft Probleme vom Karlsplatz zum Naschmarkt zu finden und laufen dann an genau dieser Stelle über die Straße. Der Zebrastreifen kann gemeinsam mit der Radüberfahrt getaktet werden.

Der Bus in der Kreuzung Getreidemarkt / Rechte Wienzeile sollte Vorgrün bekommen, damit er sich problemlos in der ersten Geradeausspur einordnen kann.

Für den motorisierten Individualverkehr ist die Situation auch besser als derzeit, da die Kurve zum Abbiegen wesentlich großzügiger ist als derzeit.

Bitte überdenken Sie diese Situation noch einmal. Und wenn nicht, haben Sie schon eine Planung, wenn sich die aktuelle als Fehler herausstellt. Ich hoffe, dass es zumindest keine Todesopfer bis dahin gibt.

Stephan Bösch-Plepelits

Antwort von der Mobilitätsagentur, 25. Juli 2016

Von der Mobilitätsagentur hab ich genau die gleiche Antwort bekommen, wie auf meine damalige Anfrage zum Getreidemarktradweg generell. Ich fühle mich ein wenig veräppelt.

Hier der Auszug der für die beschriebene Situation relevant ist:

Auch beim Angebot eines Radfahrstreifens wird der Radverkehr vom motorisieren Individualverkehr getrennt geführt. Sämtliche anderen Verkehrsteilnehmer dürfen diesen Streifen der Fahrbahn nicht befahren.

Als erste Maßnahme zwecks Netzschluss mit der Treitlstraße wird der Radfahrstreifen bis zur Insel in Höhe Rechte Wienzeile und Operngasse geführt und soll dort mittels Ampel die Fahrbahn der Operngasse queren. Mittelfristig soll das ungeregelte Rechtsabbiegen von der Rechten Wienzeile in die Operngasse unterbunden werden.

Nun, wir werden sehen, was passiert. Ich denke noch darüber nach, ob ich eine Antwort schreiben soll. Der Umbau ist inzwischen im vollen Gange, da ist wohl nichts mehr zu retten. Ich werde versuchen die (von mir erwarteten) Konflikte zu dokumentieren und dann nochmal zu kummerkasten.

Update, 4. August 2016

Inzwischen ist der neue Radweg bzw. Radfahrstreifen fertiggestellt und wird auch schon rege benutzt. Heute früh (ca. 9:15 und 9:30) hab ich mich für eine Viertelstunde hingestellt und hab ein bisschen mitgefilmt, wie sich die neue Situation so tut. Bis jetzt funktioniert es ganz gut, der MIV wartet recht ruhig auf die Radfahrenden. Nur eine brenzlige Situation gab es zwischen einem Motorrad und einem Radfahrer. Außerdem jede Menge TouristInnen (ich hatte nicht erwartet, dass die schon so früh so zahlreich sind). Macht Euch selber ein Bild, ich hab relevante Situationen zusammengeschnitten (knapp 3 Minuten). Die Größe der Verkehrsinsel ist – wie ich erwartet hatte – kein Problem, da sie für Radfahrende, die vom Getreidemarkt kommen, immer Grün ist.

Hier ein paar Snapshots aus dem Video:

Antwort an die Mobilitätsagentur, 4. August 2016

Sehr geehrte Frau Reichard!

Nun, inzwischen ist der Radfahrstreifen in der Rechten Wienzeile fertiggestellt. Wie ich bereits im originalen Radkummerkastenbeitrag schrieb, mache ich mir Sorgen, dass es hier zu schweren Unfällen kommen wird, da der Radfahrstreifen von den Abbiegern in die Operngasse gequert wird. Wie erwähnt, ist eine der großen Gefahren im Straßenverkehr der tote Winkel beim Rechtsabbiegen, der immer wieder zu tödlichen Unfällen führt.

Ich hab mir diese Situation heute in der Früh (4. August 2016, zw. 9:15 und 9:30) angesehen und ein wenig mitgefilmt. Ich habe diese ungefähr 15 Minuten auf knapp 3 Minuten zusammengekürzt und auf Youtube gestellt:
https://www.youtube.com/watch?v=mTwRT6np-1U
Auf meinem Blog http://plepe.at/252 gibt es auch ein paar Snapshots aus dem Video zu sehen.

Wie Sie sehen können, kommt es immer wieder zu Konflikten. Es gab sogar eine brenzlige Situation zwischen einem Motorradfahrer und einem Radfahrer. Alles in Allem funktioniert die Situation derzeit recht gut, was sicher auch daran liegt, dass die Stelle neu ist und die Farbe noch sehr frisch. Außerdem ist Sommer. Im Herbst, wenn die Verkehrsdichten stärker sind, könnte es schon zu mehr Problemen kommen, vor allem wenn es Rückstau aus
der Operngasse gibt. Ich werde Anfang Oktober wieder ein Video machen.

Außerdem sind gut die Mengen an TouristInnen zu sehen, die über diese Verbindung zum Naschmarkt strömen (da hab ich ja in einem anderen Radkummerkastenbeitrag bereits darauf hingewiesen). Ein Tourist mit Rollkoffer ist doch tatsächlich den Radfahrstreifen entlang gegangen!

Mir ist klar, dass die Situation nun vorerst in Beton / Asphalt gegossen ist. Ich hoffe, dass es zu keinen schweren Unfällen kommen wird. Aber bitte teilen Sie der Politik und der MA46 mit, dass hier eine potentielle Unfallstelle gebaut wurde. Vielleicht kann ja nächstes Jahr dann ein Umbau erfolgen, der die Verkehrströme trennt, z.B. wie ich es im ursprünglichen Radkummerkastenbeitrag (und auch auf meinem Blog: http://plepe.at/252) beschrieben habe.

Eine weitere Problemstelle hat sich übrigens auch schon offenbart: Bei der Ausfahrt aus der Lehárgasse zum Getreidemarkt stehen immer wieder KFZ auf der Radüberfahrt. Hier wäre es wichtig die Durchfahrt von der Gumpendorfer Straße zu unterbinden (viele KFZ wollen sich die Ampel ersparen).

danke und grüße,
Stephan Bösch-Plepelits

Antwort von der MA46, 26. September 2016

Sehr geehrter Herr Bösch-Plepelits!

Bezugnehmend auf die E-Mail vom 4. August 2016, betreffend Gefahrenstelle Rechte Wienzeile – Operngasse, welche von der Mobilitätsagentur zur direkten Erledigung weitergeleitet wurde, teilt die Magistratsabteilung 46 hierzu Folgendes mit:

Die Maßnahme im Bereich der Operngasse – Rechte Wienzeile im Zusammenhang mit der Realisierung des Radweges am Getreidemarkt ist als Maßnahme zu werten, die einen direkten Netzschluss mit der Radfahrinfrastruktur in der Treitlstraße herstellen soll. Als nächster Schritt soll auch eine sichere Querungshilfe für den Fußgängerverkehr über die Operngasse angeboten werden. Dabei muss eine Änderung des Kreuzungsplateaus aus Sicht der Verkehrstechnik als auch aus dem Blickwinkel des Straßenbaus erfolgen. An dieser Lösung wird derzeit gearbeitet. Nach Realisierung dieser kniffligen Verkehrslösung wird sich die Verkehrssituation an dieser Örtlichkeit gänzlich ändern.

Die Magistratsabteilung 46 hofft auseichend informiert zu haben.

Update 22. September 2022

Heute, nach einem schweren Unfall an dieser Kreuzung, hab ich ein weiteres Mail geschrieben. Dies ist in einem eigenen Post nachzulesen.

Ein Gedanke zu „Neue Gefahrenstelle: Umbau Rechte Wienzeile, Operngasse, Treitlstraße“

Schreibe einen Kommentar